Die Entscheidung, ein Studium parallel zum Berufsleben aufzunehmen, ist ein ambitioniertes Vorhaben, das in DE immer mehr Menschen in Angriff nehmen. Es erfordert Disziplin, eine gute Planung und oft auch eine gehörige Portion Durchhaltevermögen. Doch die Belohnung – neue berufliche Perspektiven, eine Vertiefung des Fachwissens oder die Erfüllung eines lang gehegten Bildungswunsches – ist die Anstrengung meist wert. Wer sein Studium erfolgreich neben dem Beruf meistern möchte, sollte sich im Vorfeld gut informieren und strategisch vorgehen. Es gilt, die eigenen Bedürfnisse, die Anforderungen des Studiums und die Gegebenheiten des Arbeitsplatzes in Einklang zu bringen.

Einer der ersten und wichtigsten Schritte auf dem Weg zum erfolgreichen Studieren neben dem Beruf ist die Wahl der passenden Studienform. Hier gibt es keine universelle Lösung, sondern es kommt auf Ihre individuellen Lebensumstände, Lernpräferenzen und beruflichen Anforderungen an. Teilzeitstudiengänge sind darauf ausgelegt, mit einem geringeren Workload pro Semester ein Studium über einen längeren Zeitraum zu absolvieren. Die Präsenzzeiten sind oft auf Abende oder Wochenenden konzentriert, was die Vereinbarkeit mit einem Vollzeitjob erleichtert. Fernstudiengänge bieten ein Höchstmaß an Flexibilität, da Sie weitestgehend orts- und zeitunabhängig lernen können. Dies erfordert jedoch ein hohes Maß an Selbstorganisation und Eigenmotivation. Eine Mischform, das sogenannte Blended Learning, kombiniert Online-Phasen mit gelegentlichen Präsenzveranstaltungen und kann einen guten Kompromiss darstellen. Prüfen Sie zudem, ob ein Abendstudium oder ein Studium mit flexiblen Modulen für Sie infrage kommt. Wichtig ist, die Akkreditierung des Studiengangs zu überprüfen und sich über die Anerkennung des Abschlusses zu informieren. Sprechen Sie auch mit Studienberatern der Hochschulen, um ein Gefühl für die Anforderungen und den Aufbau der verschiedenen Studienmodelle zu bekommen. Bedenken Sie, dass die Wahl der richtigen Studienform entscheidend ist, um Überforderung zu vermeiden und langfristig motiviert zu bleiben.
Ein effektives Zeitmanagement ist das A und O, wenn Sie Studieren neben dem Beruf ernsthaft betreiben wollen. Beginnen Sie damit, Ihre aktuelle Wochenplanung zu analysieren: Wie viel Zeit verbringen Sie mit Arbeit, Pendeln, Haushalt, sozialen Kontakten und Hobbys? Identifizieren Sie Zeitfresser und potenzielle Freiräume. Erstellen Sie anschließend einen realistischen Studienplan. Das bedeutet nicht nur, Lernzeiten festzulegen, sondern auch Pufferzeiten für unvorhergesehene Ereignisse einzuplanen. Viele berufsbegleitend Studierende profitieren davon, feste Lerntage oder -abende zu etablieren. Auch kurze Lerneinheiten von 30 bis 60 Minuten, beispielsweise in der Mittagspause oder auf dem Arbeitsweg, können sich summieren und effektiv genutzt werden. Priorisieren Sie Ihre Aufgaben: Was ist dringend und wichtig, was kann warten? Nutzen Sie To-Do-Listen, Kalender und gegebenenfalls Apps zur Aufgabenverwaltung, um den Überblick zu behalten. Seien Sie ehrlich zu sich selbst, was Ihre Belastungsgrenze angeht. Überplanung führt schnell zu Frustration und Demotivation. Wichtig ist auch, bewusst Pausen einzuplanen und für Ausgleich zu sorgen. Regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und Zeit für Entspannung sind keine verlorene Zeit, sondern essenziell, um leistungsfähig zu bleiben. Eine gut durchdachte Organisation ermöglicht es Ihnen, Studium, Job und Privatleben besser zu koordinieren und Stress zu minimieren.
Der Weg des Studieren neben dem Beruf kann einsam sein, wenn man ihn allein bestreitet. Daher ist es von großer Bedeutung, sich ein stabiles Unterstützungssystem aufzubauen. Sprechen Sie offen mit Ihrer Familie und Ihren Freunden über Ihr Vorhaben. Erklären Sie ihnen, dass Sie weniger Zeit haben werden, und bitten Sie um Verständnis und Unterstützung – sei es durch die Übernahme von Aufgaben im Haushalt oder einfach nur durch moralischen Beistand. Auch der Austausch mit Kommilitonen ist Gold wert. Bilden Sie Lerngruppen, tauschen Sie sich über schwierige Themen aus oder motivieren Sie sich gegenseitig in Phasen der Überlastung. Die Erfahrungen anderer Studierender, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, können ungemein hilfreich sein. Die Motivation aufrechtzuerhalten, ist eine der größten Herausforderungen. Setzen Sie sich realistische, kleine Ziele, die Sie regelmäßig erreichen können. Feiern Sie diese Erfolge, egal wie klein sie erscheinen mögen. Visualisieren Sie Ihr Endziel und erinnern Sie sich immer wieder daran, warum Sie diesen Weg gewählt haben. Akzeptieren Sie, dass es Phasen geben wird, in denen Sie sich überfordert oder demotiviert fühlen. Das ist normal. Wichtig ist, dann nicht aufzugeben, sondern sich bewusst eine kurze Auszeit zu nehmen, das Problem zu reflektieren und mit neuer Energie weiterzumachen. Achten Sie auf Ihre mentale und körperliche Gesundheit. Burnout ist ein reales Risiko, daher sind Selbstfürsorge und Stressmanagement unerlässlich für den langfristigen Erfolg.
Bevor Sie mit dem Studieren neben dem Beruf beginnen, sollten Sie sich eingehend mit den finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen auseinandersetzen. Die Kosten für ein Studium können beträchtlich sein – neben Studiengebühren fallen oft auch Kosten für Lehrmaterialien, Fahrtwege und gegebenenfalls technische Ausstattung an. Prüfen Sie verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten: Gibt es Stipendien für berufsbegleitend Studierende? Kann Ihr Arbeitgeber Sie finanziell unterstützen, zum Beispiel durch die Übernahme von Studiengebühren oder durch Bildungsurlaub? Unter Umständen sind Studienkosten steuerlich absetzbar, was Ihre Belastung mindern kann. Informieren Sie sich beim Finanzamt über die genauen Voraussetzungen. Auch ein Blick auf mögliche staatliche Förderungen wie BAföG, selbst wenn Sie berufstätig sind, kann sich lohnen, da es spezifische Regelungen für Teilzeitstudierende gibt.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber. Informieren Sie ihn frühzeitig über Ihr Vorhaben. Viele Unternehmen sehen die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter positiv und sind bereit, flexible Arbeitszeiten anzubieten, die Arbeitszeit zu reduzieren oder Bildungsurlaub zu gewähren. Klären Sie, ob Ihr Arbeitsvertrag Klauseln bezüglich Nebenbeschäftigungen oder Weiterbildungen enthält. Es ist ratsam, Vereinbarungen über Arbeitszeitreduzierung oder Unterstützung schriftlich festzuhalten, um Missverständnissen vorzubeugen. Erkundigen Sie sich auch nach rechtlichen Aspekten wie Kündigungsfristen, falls Sie während des Studiums Ihre Arbeitsstelle wechseln müssen, oder nach den Regelungen zum Bildungsurlaub, falls Sie diesen in Anspruch nehmen möchten. Eine klare Kommunikation und Planung in Bezug auf diese Aspekte schafft eine solide Grundlage für Ihr berufsbegleitendes Studium.